Original (MuseScore / MusicaNeo / ScoreExchange)
Bearbeitung für 5 Celli (MuseScore / MusicaNeo / ScoreExchange)

Henry Purcell (*10.9.1659, Westminster; † 21.11.1695, London) gilt als bedeutendster Komponist des englischen Hochbarocks. Erste musikalische Erfahrungen sammelte er als Singknabe der Königlichen Kapelle und arbeitete sich Schritt für Schritt in den Hierarchie nach oben. Im Jahr 1674 wurde er Orgelstimmer in Westminster Abbey, drei Jahre später Composer of the Violins bei Hofe, 1679 endlich selbst Organist der Westminster Abbey. Purcell stieg 1683 zum Organisten der Königlichen Kapelle auf und wurde 1683 königlicher Instrumentenverwalter. Damit war die politisch-gesellschaftliche Laufbahn für ihn beendet, und er konnte sich auf seine musikalische Arbeit konzentrieren.

I1681 griff der 21jährige Henry Purcell, Musikzögling der königlichen Kapelle in London, zur altehrwürdigen Gattung der Fantazia, um sein kompositorisches Gesellenstück abzuliefern. Purcell schrieb insgesamt 18 Fantasien: drei zu drei Stimmen, zwölf zu vier Stimmen, zwei In Nomine und die Fantazia upon one note. Wir hören die letzteren drei.
In allen seinen Fantasien zeigte sich der junge Komponist mit den Techniken der englischen “Fantazia” wohl vertraut. Die Warnung der Theoretiker vor allzu großer “variety” in der Modulation nahm er freilich nicht allzu ernst, sondern verband die für die Fantazia typischen fugenartigen Imitationsteile mit expressiven Adagioabschnitten und tänzerischen Episoden zu Gebilden voller barocker Kontraste. Am meisten frappieren die scharfen Dissonanzen, die Purcell aus der altenglischen Vorliebe für Querstände (relationes non harmonicae) gewann. In ihrem Gebrauch ging er bis an die Grenzen des zu seiner Zeit harmonisch Möglichen.

Quellen:
www.klassikakzente.de
www.kammermusikfuehrer.de