Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte Sie gerne zu zwei Konzerten mit einem wunderbaren Programm um J. S. Bachs Motette "Jesu meine Freude" einladen.

Samstag, 27.1., 20 Uhr, Wallfahrtskirche im Weggenthal (Rottenburg am Neckar)
Sonntag, 28.1., 18 Uhr, Eberhardskirche in Tübingen

Ich habe das große Vergnügen und die Ehre, gemeinsam mit dem Ensemble Horizons, Lee Santana (Laute), Georg Staudacher (Orgel) und Florian Schormair (Violone) musizieren zu dürfen. Auf dem Programm stehen:



G. Ph. Telemann
Missa super „Christ lag in Todesbanden“
J. H Schein
Unser Leben währet siebenzig Jahr
H. Schütz
Also hat Gott die Welt geliebt
J. Bach
Unser Leben ist ein Schatten
H. Schütz
Die mit Tränen säen
J. H. Schein
Lehre uns bedenken
J. S. Bach
Jesu, meine Freude

In der heutigen Zeit mag die das Programm prägende Sehnsucht nach dem süßen Tod als Erlöser aus dem irdischen Leben etwas befremdlich wirken. Mit Blick auf den vor 400 Jahren ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieg, vor dessen Hintergrund viele der aufgeführten Stücke entstanden, wird sie jedoch schnell verständlicher. Auch kann es nicht verwundern, dass sich einige aus der Literatur dieser Zeit bekannten Topoi in der Musik des 17. Jahrhunderts wiederfinden. Symptomatisch hierfür sind die von Johann Hermann Schein vertonten Psalmverse, mit denen der Thomaskantor das als Memento mori (Bedenke, dass du sterben musst) bekannte Motiv der Barockdichtung aufgreift. Unser Leben wäret siebenzig Jahr wie auch Lehre uns bedenken wurden 1623 im Israelsbrünnlein, einer Sammlung deutschsprachiger geistlicher Madrigale, veröffentlicht. In den 26 dort enthaltenen Stücken gelingt Schein eine einzigartige Symbiose aus Madrigal- und Motettentradition. Geprägt sind sie – abgesehen von der lautmalerischen Ausdeutung einzelner Worte – vom oft abrupten Wechsel zwischen imitatorischen und homophonen Passagen beziehungsweise zwischen Melismatik und syllabischer Deklamation.
(Jonas Pfohl)