Verklärte Nacht

21.06.2025 at 19:00
Gaildorf, Limpurghalle

Verklärte Nacht

Brahms – Schönberg – Martinů

Die Nacht – ein Raum für Verwandlung, für inneres Erleben, für emotionale Tiefe. Unter diesem poetischen Leitmotiv steht das Programm dieses Abends. Drei Streichsextette von Johannes Brahms, Arnold Schönberg und Bohuslav Martinů lassen uns eintauchen in eine Welt zwischen romantischer Innigkeit, dramatischer Zuspitzung und klanglicher Moderne.

Johannes Brahms’ Streichsextett Nr. 2 G-Dur op. 36, entstanden 1864/65, ist ein Meisterwerk der spätromantischen Kammermusik. In ihm zeigt sich Brahms von einer lyrischen, fast pastoralen Seite. Gleichzeitig offenbart das Werk tiefe persönliche Bezüge: Der Name „Agathe“, eine frühere Geliebte des Komponisten, ist musikalisch in das erste Thema eingewoben. Trotz dieser biografischen Anspielung dominiert eine lichte Grundstimmung – eine Musik voll Wärme, struktureller Klarheit und kammermusikalischer Intimität.

Arnold Schönbergs Verklärte Nacht op. 4 von 1899 ist das titelgebende Herzstück des Abends. Das Werk basiert auf einem Gedicht von Richard Dehmel, in dem ein nächtlicher Spaziergang zweier Liebender zur spirituellen und emotionalen Verwandlung wird. Schönberg überträgt die innere Dramaturgie des Gedichts in eine ebenso expressive wie dichte Klangsprache. Die chromatisch flutende Harmonik, die aufgewühlte Dynamik und die tief empfundene Melodik machen Verklärte Nacht zu einem der eindrucksvollsten Werke der Spätromantik – und zu einem Schlüsselwerk auf Schönbergs Weg in die Moderne.

Das Streichsextett des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů aus dem Jahr 1932 rundet das Programm mit einem ganz eigenen Tonfall ab. In dieser Musik verschmelzen folkloristische Rhythmen mit neoklassizistischen Strukturen. Martinů gelingt eine faszinierende Mischung aus tänzerischer Leichtigkeit, feinnerviger Kontrapunktik und klanglicher Frische. Sein Sextett ist ein klangsinniges Werk voller Energie, das die expressive Bandbreite der Besetzung in besonderer Weise ausnutzt.

Zur Aufführung gelangen die Werke durch ein hochkarätiges Ensemble aus international renommierten Musiker*innen. Der finnische Geiger Petteri Iivonen ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und begeistert mit seiner technischen Brillanz und musikalischen Tiefe. Er konzertiert regelmäßig in Europa, Asien und den USA und ist auf mehreren Soloalben zu hören. An seiner Seite spielt Aya Hasegawa, eine vielseitige Geigerin, die u. a. mit dem Paris Piano Quintet auftritt. Ihre künstlerische Arbeit zeichnet sich durch stilistische Flexibilität und hohe Ausdruckskraft aus.

Aurélien Sabouret, Solocellist an der Opéra national de Paris, bringt große Bühnenerfahrung und eine profunde musikalische Ausdruckskraft in das Ensemble ein. Die Bratsche übernimmt Vladimir Percevic, ein serbischer Bratschist, der als Kammermusiker auf internationalen Bühnen gefragt ist. Seine Interpretationstiefe und sein nuancenreicher Ton prägen zahlreiche Formationen und Projekte. Felix Thiedemann, Cellist und künstlerischer Leiter, ist nicht nur ein profilierter Interpret auf historischen und modernen Instrumenten, sondern auch als Arrangeur und Ensembleleiter tätig. Seine künstlerische Handschrift verbindet historische Aufführungspraxis mit lebendiger Konzertdramaturgie.

Gemeinsam gestalten diese Musiker einen Abend, der tief unter die Haut geht – mit Musik, die sich zwischen Licht und Schatten, Innerlichkeit und Expressivität bewegt. Eine verklärte Nacht, in der sich die Klangfarben der Spätromantik mit modernen Impulsen verbinden und dabei neue, berührende Perspektiven eröffnen.

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